banner_links02

Siegsdorfer SPD gegen geplanten Ausbau der A8
Traunsteiner Tagblatt vom 10.09.2008:
In ihrer ersten Monatsversammlung nach der Sommerpause haben sich die Mitglieder der Siegsdorfer SPD einstimmig gegen den geplanten Neubau der Autobahn A8 mit 6 Spuren und 2 Standstreifen ausgesprochen und befürworten stattdessen einen moderaten Ausbau, bei der die bestehende Trasse nur um jeweils einen Standstreifen erweitert wird, der bei Bedarf als 3. Fahrspur für den Verkehr freigegeben werden kann, sowie ein gleichzeitiges generelles Tempolimit.
Dabei ging der Ortsvorsitzende Bernhard Kübler zunächst auf den Stand der Planung ein und erläuterte, welche Argumente – Verkehrsaufkommen, Sicherheit, Lärmschutz - von den Befürwortern der großen Variante ins Feld geführt werden. "Es ist richtig, dass die Brücken marode sind und der fehlende Pannenstreifen zu Staus führt, aber dass fordert nicht zwangsläufig diesen überdimensionierten Ausbau", sagte Kübler und fuhr fort, "wenn die Autobahn wirklich so gefährlich ist, dann ist es eigentlich notwendig und sinnvoll sofort ein Tempolimit von 120 km/h einzuführen und das hätte dann für die Anwohner den Riesenvorteil, dass dies die schnellste und billigste Lärmschutzmaßnahme wäre." Im übrigen zeigten alle Unfallstatistiken, dass drei- und mehrspurige Autobahnen wesentlich unfallträchtiger sind und Hauptunfallursache eine nichtangepasste Geschwindigkeit sei.
Einhellig war man der Meinung, ein schneller Ausbau der Bahn mit entsprechenden Terminals, würde die Autobahn vom LKW-Verkehr deutlich entlasten und somit, bei gleichzeitig stagnierenden Zahlen im Bereich der PKW, den 6-streifigen Ausbau nicht mehr notwendig machen.
Als eine subtile Art der Erpressung betrachteten alle Anwesenden die Aussage der Autobahnbefürworter, Lärmschutz sei nur bei komplettem Ausbau möglich, wobei Kübler darauf hinwies, dass nicht zwangsläufig alle Anwohner lärmschutztechnisch profitieren würden: "Das kann für den einen oder anderen bedeuten, dass es sogar lauter wird als jetzt, oder er bei passivem Lärmschutz keine Fenster mehr aufmachen kann."
Vor allem aber beim Landschaftsverbrauch war man sich einig, dass man das gegenüber den kommenden Generationen nicht verantworten kann. Am Beispiel der Strecke München-Augsburg könnte man deutlich sehen, was eine 100 bis 150m breite Schneise für unsere Heimat entlang der Autobahn bedeuten würde.
"Wenn man das alles zusammenfasst", stellte Gemeinderat Rainer Klapfenberger fest, "so gibt es nach meinem Dafürhalten, nicht einen einzigen vernünftigen Grund, an dieser Planung festzuhalten." Vor allem die geplanten Kosten lägen bereit jetzt wesentlich höher als offiziell angegeben und – was leider immer wieder abgestritten wird – die kleine Variante würde wahrscheinlich doch nur ein Viertel bis ein Drittel der Kosten verursachen. "Wäre ein solcher Ausbau verkehrstechnisch unbedingt nötig, wäre er z.B. auf der Tauern- bzw. Brennerautobahn schon längst vollzogen", so Klapfenberger weiter.
Josef Egger bedauerte dazu noch, dass von Seiten der SPD-Gremien, z.B. auf Landesebene, keine eindeutige Aussagen gegen diesen geplanten Ausbau gemacht werden. "Hier sollte doch eindeutig Stellung bezogen werden", forderte er.
Am Schluss der Veranstaltung legte, wie bei den letzten Vorstandswahlen beschlossen, Adi Fischer nach vielen Jahren sein Amt als Schatzmeister in die Hände von Barbara Schuster, wobei ihm der Ortsvorsitzende für seine hervorragende Arbeit dankte und einen edlen Tropfen Wein – "An Roten für eine Roten" – überreichte. Abschließend berichteten Rainer Klapfenberger und Bernhard Kübler noch über die aktuelle Arbeit im Gemeinderat und beantworteten die Fragen der interessierten Anwesenden und nahmen zahlreiche Anregungen mit.

Unser Grundsatzprogramm für die Kommunalwahlen 2008
Werden Sie Mitglied in der SPD Bayern!

Impressum

Gästebuch

Web by CW